Michael Quetting
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update 29.4.2019

Herzlich willkommen!

 

 

Die aktuelle Kolumne in der ver.di-Zeitung DREI.68:

Ganz vorn:

Ein jegliches hat seine Zeit

Kennt ihr Zeitfenster? Die fruchtbaren Tage innerhalb des Zyklus' einer Frau sind ein solches Zeitfesnster, um schwanger zu werden. Das zeitfenster bei Schlaganfall, man muss es erwischen, damit eine mögliche Lyse-Thearpie Sinn macht.

 

Oder Raumsonden. Die können aus energetischen Gründen nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu ihrer Mission gestartet werden. Auch bestimmte Arbeiten haben ein Zeitfenster, so darf man Hecken nur vom Oktober bis Ende Februar schneiden, sagt der Gesetzgeber. 

 

Ob etwas funktioniert, ob es er- folgreich ist, hängt mit der Zeit zusammen. Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde, so lesen wir in der Bibel.

 

Handelt man in der richtigen Zeit, so kann daraus eine Sternstunde werden, wie vom Schriftsteller
Stefan Zweig 1927 in seinem Buch erzählt, dramatisch geballt und schicksalsträchtig, den weiteren Ver- lauf der Geschichte wandelnd beeinflussend. 

 

Wir kämpfen seit langer Zeit für den Erhalt der Daseinsvorsorge, für die Aufwertung der Sorgearbeit und für Entlastung. Auf einem Gebiet ist uns etwas gelungen, das gar nicht so leicht ist, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht: Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung ist mit uns.

 

Als im Saarland der Streik an der Uniklinik angekündigt wurden, erklärten in einer Zeitungsumfrage 96,6 Prozent ihre Unterstützung für den Streik und ver.di. Der Pflegenotstand ist zu einem zentralen Thema geworden. 

 

Und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) muss das Finanzierungssystem der Fallpauschalen hinterfragen und jede neue Pflegestelle finanzieren. In 13 Krankenhäusern in Deutschland haben Kolleg*innen Vereinbarungen zur Entlastung erkämpft. Sie haben nicht nur geredet, sondern gehandelt, ob- wohl einige meinten, das ginge ja gar nicht. 

 

Mit Hilfe der Gewerkschaft wurden Pflegekräfte zu handelnden Subjekten. Sie sind es, die Veränderung konkret werden lassen. Selbstverständlich geht der Kampf auch dort weiter, denn so einfach lassen sich die Klinikchefs nicht ins Handwerk pfuschen.

 

Jetzt ist die Zeit, etwas für die Pflege durchzusetzen. Wer jetzt nicht kämpft, verschläft die Zeit zum Auf- stehn,

meint euer Michael Quetting

 

 

drei – ist die Zeitung des Fachbereichs 3 – erscheint in einer Auflage von ca. 380.000 für die Mitglieder im Bereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen als Beilage zur ver.di-PUBLIK viermal jährlich. "Ganz vorn" heißt dort die Kolumne auf Seite 1, ihr findet sie links vorne: https://drei.verdi.de/

 


Michael Quetting, St. Ingbert | Michael@Quetting.eu