Michael Quetting

Ohne Frieden ist alles nichts

Gedanken von der 
Ruhebank


Tapfer unverzagt und lächelnd

W ir begrüßen das neue Jahr 2024 mitten in einem Sammelsurium von Krisen, Katastrophen und Kriegen.

Unter dem harmlos klingenden Label „Zeitenwende“ erleben wir eine massive Militarisierung der Gesellschaft auf allen Ebenen.

Dies wird deutlich in der Sprache ebenso wie in der ungeheuren Aufrüstung und dem immer stärker auch öffentlich ausgedrückten deutschen Großmachtstreben.

Als Friedensbewegter ist man spätestens seit Beginn des Ukrainekriegs durch die einseitige Berichterstattung einem großen Konformitätsdruck ausgeliefert und schnell zum Putinversteher mutiert, wenn man für Waffenstillstand, Verhandlungen und gegen Waffenlieferungen ist sowie Sanktionen ablehnt.

Der sozialdemokratische Militärminister spricht es aus: „Wir müssen wieder kriegstüchtig werden.“ Er beschwört die reale Gefahr eines weiteren Krieges in Europa.

Wir sind das Land mit der stärksten Rüstungsindustrie und mit den höchsten Verteidigungsausgaben in Europa. Und für dieses Jahr haben wir die Zahlungen für den Krieg in der Ukraine verdoppelt. Das sind vier Jahre Kindergrundsicherung, verfeuert im Stellungskrieg im Donbas mit tausenden Toten.

Mit dem Krieg und dem Irrsinn des Wirtschaftskrieges einher geht die Inflation und die Rezession. Sie wird vermutlich auch dieses Jahr weitergehen, im Moment wird von einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,5 Prozent ausgegangen. Damit ist Deutschland das Schlusslicht unter den Industriestaaten.

Neben den hohen Kosten für Energie ist vor allem die lahmende Nachfrage durch die wegbrechende Kaufkraft der Haupttreiber der sich verschärfenden Wirtschaftskrise.

Der Bundeshaushalt für das dieses Jahr sieht Kürzungen statt Investitionen und Steuererhöhungen statt Entlastungen vor. Ersteres wird die Wirtschaft noch weiter abwürgen, Letzteres zu einer neuen Inflationsrunde führen.

Wenden wir den Blick vom Krieg zur Umwelt. Nach einigem Gerangel hat sich die Weltklimakonferenz in Dubai auf eine Abschlusserklärung geeinigt. Erstmals wird zur Abkehr von fossilen Brennstoffen aufgerufen. Wobei es schon etwas skurril ist, dass es 28 Klimakonferenzen gebraucht hat, um die Reduzierung der fossilen Brennstoffe in Richtung Null-Netto-Emissionen überhaupt als Ziel zu benennen – und noch dazu in einer sehr verwaschenen Form mit vielen Hintertürchen. Von Ausstieg ist nicht die Rede.

Aber, damit habe ich die Problemlagen bei weitem nicht alle beschrieben.

Ford, ZF, Michelin, Kaufhof, Schrö-der, Café Schubert, Bäckerei Heil - Vernichtung von Arbeitsplätzen. Insolvenzverfahren beim Krankenhaus Merzig. Chaos in den Neunkircher Krankenhäusern. Die Pisa-Studie unterstreicht unser mangelndes Wissen im Vergleich zur restlichen Welt. Altenheime unbezahlbar. Arbeitsbedingungen unerträglich. Personalmangel von der Kita bis ins Altenheim. Inflation. Naturkatastrophen. Armut. Personalnot. Tarifflucht. Die Bauern wehren sich. Das Faß läuft über.

Gleichzeitig werden die Rechten stärker. Leider treibt die aktuelle Politik der Ampelkoalition viele Wähler in die Arme der AfD. Die AfD schafft es offensichtlich, sich als eigentliche Oppositionspartei darzustellen, und profitiert dabei von der immer tieferen Spaltung der Gesellschaft.

Es ist an der Zeit, sich zusammenzutun, aufzustehen und zu kämpfen, damit die Menschen in dieser Welt in Frieden und Würde leben können. Lasst uns mit Rosa Luxemburg sagen:

„So ist das Leben und so muss man es nehmen, tapfer unverzagt und lächelnd. Trotz alledem.“

 

Januar 2024

 

 
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